Was darf ein 120 kg UL kosten?

Das Diskussionsthema „Was darf ein 120 kg UL kosten?“ taucht in einschlägigen Foren immer wieder auf.

Die Meinungen reichen von bis und spiegeln häufig ein Gefühl oder vage Vorstellungen wieder.
Wir möchten, aus der Sicht als Hersteller eines UL´s in der 120 kg Klasse, Stellung beziehen und möglicherweise in einem oder anderem Punkt erhellend zu diesem wichtigen Thema beitragen.

 

Die 120 kg Klasse gehört in Deutschland zur Kategorie der Ultraleichtflugzeuge
Das ultraleichte Luftsportgerät fliegt, aufgrund seines limitierten Leergewichtes, dereguliert in Deutschland. Der ultraleichte Flieger wird damit selbstverantwortlich betrieben. Das bedeutet konkret, dass nervige behördliche Auflagen wegfallen.

Dereguliertes Fliegen bedeutet größtmögliche Eigenverantwortung des Piloten für sich und sein Flugzeug.
1. Ein Luftsportgerät (Dreiachser) in der 120 kg Klasse benötigt keine Verkehrszulassung, sofern das Leergewicht höchstens 120 kg beträgt.
2. Es besteht keine Kennzeichenpflicht. Das Kennzeichen kann aber beantragt und angebracht werden.
3. Es besteht keine verpflichtende Jahresnachprüfung. Der Halter ist ohne Einschränkung selbst für die Lufttüchtigkeit verantwortlich.
4. Die Piloten-Lizenz wird zeitlich unbefristet erteilt.
5. Es muss kein gültiges Medical nachgewiesen werden, um die Gültigkeit der Lizenz zu erwerben und zu erhalten.

 

Qualitätsanspruch
Wir gehen davon aus, das jede/r Pilot/Pilotin Wert darauflegt, dass sein leichtes Luftsportgerät sorgfältig hergestellt und mit hochwertigen Materialien verarbeitet ist – safty first!

Wenn ein Hersteller, wie wir, Luftfahrtauminium, Blindnieten nach definierter Scher- und Zugfestigkeit gemäß Datenblatt, zertifizierte AN Verschraubung verbaut; Brandschutzschläuche, obwohl nicht vorgeschrieben, anbringt; hochwertige Kraftstoffzuleitungen, Instrumente Made in Germany standardmäßig verwendet, … die Liste könnte man beliebig fortsetzen, kann sich jede/r ausrechnen, dass diese qualitativ hochwertigen Materialien nicht auf dem Grabbeltisch zu erhalten sind.

Noch ein Wort über das Material und Anschaffung von Werkzeugen. Spezialwerkzeuge kosten ihren Preis und sorgen für ein gutes Arbeitsergebnis.

 

Professioneller After Sales Service
Jede/r wünscht sich nach dem Kauf einen professionellen After Sales Service, oder? Es prüft also der geneigte Interessent zurecht den Hersteller, bevor er/sie bei ihm kauft.

Nichts ist schlimmer für den Ruf eines Unternehmens, wenn der Kunde aufgrund von schlampiger Verarbeitung, technischer Mängel oder der Verwendung von minderwertigen Materialien (zumeist im nicht sichtbaren Bereich) ständige Ausfälle an seinem Flugzeug hat. Mangelhafte Beratung oder das ewige Warten auf Ersatzteile verkürzt und verleidet die Flugsaison.

 

Die Kosten bleiben für den Hersteller gleich
Zur Beantwortung der Frage:“Was darf ein 120 kg UL kosten?“ Weder die Messe in Friedrichshafen, noch nationale/internationale Transporte oder der Vermieter der Halle kümmert es, ob dort ein hochpreisiger Jet diese Dienstleistungen in Anspruch nimmt … oder ein Hersteller von kleinen Luftsportgeräten – der Preis bleibt der Gleiche.
Behörden, Zulassungsverfahren, Einfuhrzölle, Versicherungen, Mitgliedsbeiträge in Verbände, Vereine oder Institutionen, allgemeine Betriebskosten, Webseite, Broschüren, Druckerzeugnisse, die bezahlt werden müssen. Ich habe bisher noch nicht gehört, … „kein Thema mein Freund, Du baust ja nur einen 120 kg Flieger, deshalb bekommst Du alles günstiger“…

 

Gutes Personal ist Goldstaub
Die Mitarbeiter/innen und Freelancer sind Profis und geschulte Fachkräfte, ob sie nun an einem Ultraleichtflugzeug ab 100000 € arbeiten oder an einem 120 kg Gerät, die Bezahlung ist fast die Gleiche und hat höchstens regionale Unterschiede. Qualität muss gut bezahlt werden und das ist auch gut so.

 

Eigenbau/Bausätze
Die Selbstbauer unter Euch können sicherlich ein Lied davon singen, das der ursprünglich günstige Bausatz durch Fehlteile, Verbasteln und rumexperimentieren, Anschaffen von teuren Werkzeugen, Werkstattkosten, etc. am Ende des Tages deutlich teurer wird, als geplant.
Zugegeben, es steht der Spaß an der Arbeit im Vordergrund. Dennoch wird Lebenszeit, mitunter nervenaufreibend, verbraucht.

 

Geld verdienen wollen
Richtig, eines schönes Tages wollen wir von der Fliegerei leben können, aber stopp: „Welcher Hersteller kann ALLEIN vom Flugzeugbau leben, Hand hoch!“ Es wird Ausnahmen geben und bestätigen die Regel.
Ganz unterm Strich sind geringe Stückzahlen in der Hobbyfliegerei und kärgliche Margen dafür verantwortlich, Gewinne zum Bestreiten des Lebensunterhaltes zu erwirtschaften. Satte Rabatte, die sich manch einer wünscht, sind nicht drin.

 

Warum also das Ganze?
Zu guter Letzt kann man sich jetzt fragen warum macht Ihr das eigentlich, …
Vorweg, wir haben weitere Geschäftsbereiche, die glücklicherweise Einnahmen generieren, und wir weder auf unsinnige Förderungen noch Kredite angewiesen sind.
Unser Unternehmen ist schuldenfrei, langfristig angelegt und steht stabil da.

Es macht uns sehr zufrieden, wenn der Kunde seine AEROLiTE 120 liebt und mit Freude und Genuss die Elemente erobert. Unsere Kunden leben ihren Traum im Hier und Jetzt. Sie haben für sich die Frage: „Was darf ein 120 kg UL kosten?“ beantwortet und den Preis für gut und angemessen befunden.

 

Fazit
Wir leben in dem was wir tun unsere Berufung. Wir möchten Menschen dabei helfen vergleichsweise günstig und unbeschwert in die Luft zu kommen und den Traum vom Fliegen zu realisieren. Wir haben Freude daran, Dinge leidenschaftlich und energisch zu bewegen. Wir können Verantwortung tragen und verfügen, aufgrund weiterer Attribute, über eine einmalige Lebensqualität, die wir nicht eintauschen wollen.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.